Prostitution und Recht

Seit der Gesetzesänderung im Jahr 2001 wird die Prostitution als eine legale Beschäftigung angesehen, sofern diese nicht unter die Straffälligkeit durch z.B. Minderjährigkeit der Prostituierten oder Zwangsprostitution handelt.
Durch das ProstG (Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten) werden prinzipiell die rechtlichen Belange von Prostituierten geregelt. Es ist darin festgelegt, dass es sich nun offiziell um Dienstleistungen handelt und wird nicht mehr als sittenwidrig angesehen.
Durch die Auflösung der Sittenwidrigkeit ergibt sich die Tatsache, dass nun in den Medien offen Werbung für Sex-Dienstleistungen gestattet ist.

Die Prostitution wird von staatlicher Seite zwar nicht mehr als sittenwidrig angesehen, von der Bevölkerung teilweise schon noch. Daher finden die Inanspruchnahmen meistens noch im Geheimen statt.
Ebenso sind bestimmte Bestimmungen Folge zu leisten. So darf dem Gewerbe z.B. nicht in der Nähe von Schulen oder anderen Einrichtungen, welche zur Beherbergung oder Aufenthalt von Kindern dienen, nachgegangen werden. Auch dürfen sich in der Lokalität, wo Prostitution stattfindet z.B. in der Wohnung keine Minderjährigen aufhalten.
Den Behörden steht das Recht zu, bestimmte Orte, so genannte Sperrbezirke, zu errichten, wo ausschließlich der Prostitution nachgegangen werden darf. Die Durchführung der Prostitution richtet sich nach den örtlichen Sittenverordnungen.

Vorteile der Gesetzänderung für die Dienstanbieterinnen besteht darin, dass sie nun Anspruch auf gesetzliche Sozialvorsorge wie z.B. Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung haben, sofern diese einer Festanstellung nachgehen. Ebenso ist es nun möglich bei zahlungsunwilligen Freiern, das Entgelt für die erbrachte Dienstleistung gerichtlich einzufordern. Dieses kann zivil- und strafrechtliche Folgen für den Beklagten haben.

Dadurch folgt der deutsche Staat der Umgangsform des Regulationsprinzips mit der Tendenz zum Entkriminalisierungsprinzip. Das heißt, dass Deutschland die Prostitution akzeptiert und unter staatlicher Kontrolle stellt, indem z.B. Genehmigungen für Bordelle usw. ausgestellt werden.
Die Entkriminalisierung sieht vor, dass Sexarbeit eine herkömmliche Erwerbstätigkeit ist und dementsprechend geregelt wird. Dadurch wird
Andere Umgangsformen mit der Prostitution sind das Prohibitionsprinzip und das Abolitionsprinzip.
Das Prohibitionsprinzip sieht vor, dass alle Handlungen und Personen, welche in Verbindung mit der Prostitution stehen, strafrechtlich verfolgt werden.
Das Abolitionsprinzip sieht die Prostituierten als Opfer. Diese werden nicht strafrechtlich belangt. Allerdings alle Handlungen, die in Verbindung mit der Prostitution stehen wie z.B. Zuhälterei usw. werden strafrechtlich verfolgt. In manchen Ländern wie z.B. Schweden werden auch die Freier bestraft. Langfristiges Ziel des Abolitionsprinzips ist die Abschaffung der Prostitution.